Der „SEO ist tot“ Hype


SEO ist tot

Schon seit geraumer Zeit (und immer mal wieder) tritt das Gerücht auf, SEO sei tot bzw. ein sterbendes Fossil.

Das ganze wird regelmäßig kontrovers von der Bloggerszene aufgenommen und resultiert meistens darin, dass die SEO-Sympathisanten überwiegen. Verwundert eigentlich auch nicht, schließlich werden solche News am ehesten von SEOs aufgegriffen – und die wollen natürlich nicht eines Hobbys beraubt oder gar arbeitslos werden.

Gängige Argumente für den Tod von SEO sind u.a.:

  • SMO ist das neue SEO
  • Jedermann ist heute ein SEO Experte
  • OnPage Optimierung ist inzwischen „von Haus aus“ mit dabei

Mal abgesehen davon, dass ich hier keine neue Diskussion dazu anstimmen möchte („OnPage ist mehr als ein bisschen mod_rewrite“, „Schonmal auf Twitter gegoogelt?“, „In meinem Fußballverein ist auch jeder ein Fußball Experte“) erschien gestern ein interessanter Beitrag dazu auf http://www.seobythesea.com/. Darin wird unter anderem von 2 Patenten von Google gesprochen, die die Qualität der Suchmaschinenergebnisse beeinflussen. Das Fazit des Artikels ist, dass sich Google bereits seit Beginn an weiterentwickelt hat und auch ständig weiterentwickeln wird. Ebenso verhält es sich mit den Kenntnissen, über die man also SEO verfügen muss.

Der Reasonable Surfer

In dem Patent Ranking documents based on user behavior and/or feature data geht es darum, dass man nicht wie im originalen Page Rank Algorithmus allein von der puren Menge der eingehenden Links (sowie dem Wert der linkgebenden Seite) die Relevanz berechnet, sondern zusätzlich noch weitere Faktoren hinzuzieht. Diese Faktoren bestimmen, wie wahrscheinlich es ist, dass in User auf einen Link klickt. Je größer die Wahrscheinlichkeit, desto höher der Wert des Links. Gerade im Bezug auf meinen letzten Artikel zum Eyetracking und der Möglichkeit, automatisiert Analysekennzahlen von Webseiten zu erstellen, kann man bereits erahnen, dass es hierzu eine Menge statistischen Datenmaterials gibt, die Google zur Berechnung der Relevanz verwenden kann.

Das das Ganze auch in der Praxis relevant ist, zeigt zum Beispiel eine Aussage von Priyank Garg (Director of product management for Yahoo! Search Technology) zu Links im Footer einer Webseite:

The irrelevant links at the bottom of a page, which will not be as valuable for a user, don’t add to the quality of the user experience, so we don’t account for those in our ranking. All of those links might still be useful for crawl discovery, but they won’t support the ranking.

Bewertung von Content

Das zweite Patent wurde unter dem Namen Document ranking based on semantic distance between terms in a document veröffentlicht und beschreibt Algorithmen zur Bewertung der Relevanz von Suchwörtern bezüglich ihrer Distanz im Text. Das nah beieinanderliegende Wörter eine höhere Relevanz haben ist offensichtlich, interessant ist aber zum Beispiel die Tatsache, dass innerhalb von ungeordneten Liste die Proximität von Wörtern als gleich angesehen wird. An einem einfachen Beispiel lässt sich das verdeutlichen:

SEO
  • ist tot
  • war nur ein Hype
  • hat keine Zukunft

In diesem Fall werden die drei Punkt „ist tot“, „war nur ein Hype“ und „hat keine Zukunft“ als gleichwertig bezüglich ihrer Entfernung zur Überschrift „SEO“ betrachtet.

Fazit

Was ich unterm Strich damit ausdrücken will ist eigentlich, dass SEO weder tot noch am Sterben ist. SEO entwickelt sich ebenso wie die Algorithmen von Google immer weiter und eben diese Weiterentwicklung rechtfertigt auch die Existenz in der Zukunft. Die obigen Patente sind übrigens beide aus dem Jahr 2004 – viel Zeit also, diese theoretischen Ansätze in der Praxis zu erproben und zu verfeinern 😉

Hirnhamster

hat einen Bachelor in Angewandter Informatik und bloggt auf MySEOSolution regelmäßig zu Updates im Bereich der Suchmaschinenoptimierung. Außerdem freut er sich über Kontakte auf Google+ 🙂

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Kommentare (1)

  1. 1 tribble
    20. Januar 2011 um 22:09   

    Hallo,

    danke für deinen Beitrag. Ich verstehe die Diskussion auch nicht – insbesondere da immer neue interessante Werkzeuge herausgebracht werden. Das Eyetracking habe ich persönlich schon probiert und das ist durchaus Aussagekräftig. Dabei sollte ein Sample von mehr als 50 Sitzungen benutzt werden, sofern man keine wirklich oft besuchte Webseite hat…

    grüße

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